Reflektion zum Modul und dem eigenen Konfliktverhalten

1.      Weshalb haben Sie das Modul Umweltmediation gewählt? Wurden diese Erwartungen erfüllt?

Ich hatte keine grossen Erwartungen an das Modul. Ich habe es vor allem gewählt, da es zu der Modulgruppe «Environment, Society und Responsibility» gehört, bei dir ich sonst bereits alle Module besucht habe. Ausserdem hat es gerade gut in den Stundenplan gepasst.

Ich bin von diesem Modul sehr positiv überrascht. Besonders gefiel mir die gute Mischung von Theorie und Praxis. Die Pflichtlektüre war spannend und gut verständlich. Sie war vom Umfang her gut machbar. Vor dem Kurs habe ich schon mal vom Harvard-Konzept gehört und freute mich zu lernen, was dieses Konzept beinhaltet. Ohne praktische Übungen hätte ich aber schnell wieder das Gelesene vergessen. Durch die Rollenspiele und die Beispiele im Unterricht, z.B. zur Interessensfindung beim Konflikt um die Notengebung wurde vieles konkreter und einprägsamer. Die Atmosphäre unter den Studierenden fand ich sehr respektvoll, so dass ich mich im Unterricht wohlfühlte. Das Blogschreiben fand ich aufgrund der eher informellen und persönlichen Art angemessen, um die Rollenspiele zu reflektieren. Sie zwangen mich, mich nochmals in die Mediationssituation hineinzuversetzen und mir genau zu überlegen, was dabei gut oder weniger gut lief.

2.      Haben Sie aufgrund der bis jetzt im Modul Umweltmediation gemachten Erfahrungen Ihr Konfliktverhalten bereits verändert? Falls ja – wie äussert sich diese Veränderung? Falls nein – hat das Modul Ihr bisheriges Verhalten bestätigt? Oder was bräuchte es, damit Sie neu Gelerntes direkt in den Alltag übertragen könnten?

Generell hat sich meine Sicht auf Konflikte verändert, ich sehe sie nun als interessant an. Wenn man nicht auf seinen Positionen beharrt, sondern sich gegenseitig aufmerksam zuhört und die Interessen hinter den Positionen herausarbeitet, können sich kreative und für beide Seiten zufriedenstellende Lösungen ergeben. Ich habe auch gemerkt, dass ich bei Konfliktsituationen genauer hinschaue und -höre. Am letzten Dienstagabend war ich an einer Diskussionsrunde im Kaufleuten, bei der unter anderem ein SVP-Politiker teilnahm. Manche seiner Aussagen waren sehr provokant, doch den anderen Teilnehmer*innen gelang es, nicht auf diese Provokationen einzugehen, sondern zu deeskalieren, indem sie ihn nicht persönlich angriffen und zuerst die Punkte seiner Aussagen wiederholten, mit denen sie einig waren. Anschliessend haben sie dann ihre Ansichten/Richtigstellungen/Ergänzungen übermittelt.

Ich fand die Inputs zur Herangehensweise an Konflikte sehr hilfreich. Ich konnte bereits ein paar Mal im Alltag bewusst Ich-Botschaften anwenden. Zudem werde ich in zukünftigen Konfliktsituationen versuchen zu paraphrasieren, mir Zeit dafür zu nehmen und den Konflikt genauer zu analysieren, mir also Gedanken zu meinen Interessen und denjenigen der anderen Partei(en) zu machen.


Kommentare

  1. Hoi Lea
    Du schreibst das Modul hat deine Sicht auf Konflikte verändert. Dem kann ich nur zustimmen. Bisher habe ich mich in Konfliktsituationen selten gefragt, was das Gegenüber für Interessen hat und ob sich unserer Interessen nicht stellenweise sogar überlagern könnten. Das Interesse für die Interessen des Gegenübers und der daraus resultierende Glaube an eine gemeinsame Lösung nehme ich auf jeden Fall aus diesem Modul mit. Spannend auch deine Schilderung der Diskussionsrunde. Mit den Erfahrungen aus dem Modul sind wir, denke ich, gut gerüstet, um auch im Alltag solche Situationen feinfühlig zu erkennen und vielleicht sogar etwas zur Lösung des Konflikts beitragen zu können.
    Danke,
    Jonathan

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  2. Hallo Lea
    Ich habe diesen Wandel auch bei mir gesehen. Wenn man mit Neugierde an einen Konflikt herangeht, ist er auch nicht mehr so bedrohlich. Es ist dann eher ein Spiel als ein Kampf.
    Die Diskussionsrunde, die du beschreibst, ist sehr spannend. Es bräuchte vermehrt diesen Umgang - gerade in der Politik. Oft beobachtet man, dass alle Parteien auf ihrer Position beharren und gar nicht aufeinander eingehen. Das rührt wahrscheinlich auch aus einer Angst her, an Boden zu verlieren. Es ist schade, wenn das passiert, da es so nur zwei parallele Monologe und keine Diskussion ist.
    Ich wünsche dir viel Erfolg mit all deinen Konflikten, die du noch meistern musst!
    Liebe Grüsse
    Eli

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  3. Liebe Lea
    Vielen Dank für dieses schöne Feedback! Es freut mich sehr!
    Dass Du Konflikte nun als 'interessant' bezeichnest hat mich besonders beeindruckt. Ich finde das eine tolle Einstellung. Statt sich zu ärgern, einfach mal auf analytisch umstellen und schauen, wie man am besten reagiert, was das Gegenüber wohl wirklich möchte und meint. Das finde ich ein super Ansatz. Das werde ich so auch versuchen, mitzunehmen. Vielleicht gelingt es so auch besser, weniger emotional zu regieren. Danke für diesen Gedanken!
    Liebe Grüsse
    Petra

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