Reflektion zum Mehrparteien-Rollenspiel Gruppennoten

1. Ganz spontan – gab es bei der Durchführung des Rollenspiels ein ‘Aha-Erlebnis’?

Als Gina hatte ich keine besonders wichtige Rolle inne, da ich keine besonderen Interessen ausser einem raschen Abschluss der Mediation hatte. Daraus hat sich für mich ergeben, dass eine Mehrparteien-Mediation nicht viel komplexer sein muss, als wenn nur zwei Parteien beteiligt sind. Andererseits kann es schwierig sein, die relevanten Parteien zu identifizieren und die Parteien, die eher neutral oder unbeteiligt sind (oder scheinen), nicht zu ignorieren und bei Laune zu halten.

Bei den Mediatoren habe ich beobachtet, dass es schwierig ist, von der Themenebene auf die Interessensebene zu kommen und nicht vorschnell selbst Lösungen vorzuschlagen.

2. Was hat der Mediator gut gemacht?

Dem Mediator des ersten Durchgangs gelang der Start in die Mediation. Er legte die Rahmenbedingungen der Mediation dar und schaffte eine angenehme Atmosphäre. Als Konfliktpartei nahm ich ihm seine Rolle als neutraler Vermittler ab. Mir gefiel, dass er sich Notizen zum Gesagten machte und er aufmerksam zuhörte. Wenn jemand ausgeschweift ist, hat er die Person freundlich unterbrochen.

3. Notieren Sie hier ganz kurz eine Konfliktsituation, welche Sie erlebt haben. Stellen sie sich vor, dass Sie dazu eine Mediation machen würden. Wie würden Sie sich darauf vorbereiten? Können Sie Ihre eigenen Interessen und diejenigen der ‘Konfliktpartei’ benennen?

Als ich noch bei meiner Familie gelebt habe, kam es regelmässig zu Konfliktsituationen mit meinen beiden 3 Jahre jüngeren Zwillingsbrüdern. Ein Beispiel, vor einigen Jahren als meine Brüder und ich noch zur Schule gingen: Es war Freitagnachmittag, ich kam von der Schule nach Hause und wollte fernsehen. Kurze Zeit später kam einer meiner Brüder und wollte sich auch etwas ansehen. Ich wollte die ausgesuchte Sendung weiterschauen, mein Bruder irgendetwas anderes schauen. Wir rangen um die Fernbedienung, nervten uns über den jeweils anderen und hatten dann beide für den restlichen Nachmittag/Abend schlechte Laune.

Als Vorbereitung würde ich mir vorher überlegen, wie man in der konkreten Situation den Konflikt entschärfen kann, d.h. Ruhe hineinbringt. Es ist sehr wichtig, dass man als Mediator in der Situation als neutral wahrgenommen wird, dass sich nicht eine Partei ungerecht behandelt fühlt. Des Weiteren würde ich mir überlegen, wie ich beiden aufzeigen kann, dass das Streiten um die Fernbedienung für beide zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis führt und sie lieber über eine Lösung nachdenken, mit der beide leben können.

Meine Interessen: Unterhalten zu werden, mich von der Schule zu erholen, Sendung fertig schauen

Die Interessen meines Bruders: Unterhalten zu werden, sich von der Schule zu erholen, Schwester nerven (?)


Kommentare

  1. Liebe Lea
    Ich denke auch, dass es schwierig ist, wenn nicht alle Parteien gleich involviert zu sein scheinen. Dann ist es vielleicht auch gefährlich, dass eine Ansicht untergeht, weil man als Mediatior denkt, dass diese Person bereits alles gesagt hat. Ich fand es aber gut, dass wir unterschiedliche Charaktere spielten. Dennoch frage ich mich, wie realistisch die Rollenspiele sind und ob sich das in der Realität dann auch so umsetzen lässt.

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  2. Hoi Lea
    Merci für deinen Blog, ich finde du hast deine Rolle gut gespielt und nun auch das geschehene gut zusemmengefasst. Als Mediator ist mir genau das passiert, was du hier erwähnst. Ich habe deine Position für nich all zu Wichtig eingestuft und mich auf die anderen beiden Parteien konzentriert... In einer echten Mediation kann dassauch in die Hose gehen, wenn man jemanden etwas aussen vor lässt...

    Streit um die Fernbedienung kenne ich auch von früher... Ich als kleiner Bruder habe meist gewonnen und so brauchte es nie eine Mediation (um meine Interssen durchzusetzten) :). Meine Schwester würde das wohl etwas anders sehen.

    Viele Grüsse
    Lorenz

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  3. Hoi Lea
    Du schreibst die Mehrparteien-Mediation muss nicht viel komplexer sein, als wenn nur zwei Parteien beteiligt sind. Dem kann ich zustimmen, insbesondere in unserem vorliegenden Fall. Die Rolle der Gina hatte auf den ersten Blick nicht viel mit den beiden Konfliktparteien am Hut und ihre Interessen kreuzten diejenigen der beiden anderen nicht unbedingt. Trotzdem denke ich, dass bei einer konkreten Mehrparteien-Mediation einiges an zusätzlichem Konfliktpotential mitschwingt und dass es dann noch schwieriger wird, eine für alle annehmbare Lösung zu finden. Wohl auch wenn man als Mediator:in mit mehr als nur drei Parteien konfrontiert ist.. Aber gerade hier liegt wohl auch der grosse Vorteil vom vorsichtigen Eruieren der Interessen aller Beteiligten.

    Danke und Gruss,
    Jonathan

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